Montag, 19. November 2012

Lili Marleen

Gestern waren wir mit dem Schützenverein meines Freundes auf einer Veranstaltung anlässlich des Volkstrauertages, ein Feiertag zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Ursprünglich vor allem dem Soldatengedenken gewidmet und auf die Weltkriege beschränkt, wird das Gedenken heute in der Form erweitert, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eingeschlossen sind. Sehr gut gibt das dieser oft zitierte Text wieder:

Wir denken heute
an die Opfer von Gewalt und Krieg,
Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Wir gedenken
der Soldaten, die in den Weltkriegen starben,
der Menschen, die durch Kriegshandlungen
oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene
und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer,
die verfolgt und getötet wurden,
weil sie einem anderen Volk angehörten,
einer anderen Rasse zugerechnet wurden
oder deren Leben wegen einer Krankheit oder
wegen einer Behinderung als lebensunwert
bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer,
die ums Leben kamen, weil sie Widerstand
gegen die Gewaltherrschaft geleistet haben,

und derer, die den Tod fanden, weil sie an
ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben
festhielten.
Wir trauern
um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege
unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus
und politischer Verfolgung.
Wir gedenken heute auch derer,
die bei uns durch Hass und Gewalt gegen
Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
Wir trauern
mit den Müttern und mit allen, die Leid
tragen um die Toten. Aber unser Leben steht
im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung
unter den Menschen und Völkern, und
unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter
den Menschen zu Hause und in der Welt

Das Foto habe ich vor ein paar Jahren auf dem Soldatenfriedhof in Langemarck gemacht.


Der heutige Blogpost soll sich aber nicht nur mit dem Volkstrauertag beschäftigen. Als wir am Ehrenmal standen um die Kränze niederzulegen, spielte ein Trompeter ein Lied, das dafür sorgte, dass mir sofort warm ums Herz wurde. Es handelt sich um "Lili Marleen". Dieses auf einem Gedicht aus dem Ersten Weltkrieg basierende Lied wurde in der Version von Lale Andersen unter den Soldaten im Zweiten Weltkrieg bekannt und beliebt. Es lief regelmäßig jeden Abend vor den letzten Nachrichten. Der Text ist jedoch nicht besonders positiv, sondern behandelt Trauer, Anschied und die Möglichkeit aus dem Krieg nicht wiederzukehren. Das und die Tatsache, dass Lale Andersen Kontake zu Juden hatte, veranlasste die deutsche Propaganda zum Verbot des Liedes. Der Text traf jedoch das Zeitgefühl von Millionen Soldaten vieler Nationen und so wurde das Lied zu einem Sinnbild des Krieges. Auch mich berührt es immer sehr und ich höre die Version von Marlene Dietrich, die ich auf CD habe, immer sehr gern. Ich mag Marlenes Version besonders gern, weil sie etwas langsamer, reduzierter und melancholischer ist. Einfach wunderschön!



Kommentare:

  1. My granfather remembers war time very well, I think we all should remembr about all victims from those days, thank you for this post!

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  2. Hello
    I've been nominated for the Liebster Award.
    You can find the link here: http://luniversdemellem.blogspot.fr/.
    Bizes

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